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Oh, du Trostlose! Warum an Weihnachten Depressionen Hochsaison haben

Wie kann es sein, dass an einem so besinnlichen Weihnachtsfest, an dem die glücklich lachende Familie zusammen kommt, isst, Spaß gemeinsam hat und sich beschenkt, für so viele zum Trauerspiel wird? 

 

Naja, zu aller erst ist so eine Szene wie oben beschrieben bei den meisten nur in der Werbung Realität und zweitens legt sich das Jahr zur Ruhe, alles wird nach der großen Hektik vor Weihnachten so plötzlich still und ruhig. Viel Zeit also zum Nachdenken! 

 

Damals als Weihnachten noch toll, fröhlich und aufregend war - also meistens als Kind- ist Weihnachten im Erwachsenenalter oftmals lediglich mit Stress verbunden und man ist froh, wenn es dann vorbei ist. Für viele legt sich eine Melancholie über Weihnachten. Aber warum ist das so?

 

Vielleicht weil es nicht mehr so schön wie früher ist, vielleicht weil es nie schön war und somit keine schönen Kindheitserinnerungen bleiben. Vielleicht aber auch weil so viele sich an diesen Tagen so einsam wie an keinem Tag des Jahres fühlen. Und nach Weihnachten folgt dann das Resümee des Jahres.  Was habe ich in einem Jahr erreicht? Schon wieder nicht das erreicht, was ich mir vorgenommen habe? Wann wird es endlich besser? Jedes Jahr das gleiche! Und wieder diese Melancholie. 

 

So starten viele in ein neues Jahr, ohne großen verbleibenden Glauben an Neujahrsvorsätze. Diese Gefühlsachterbahn betrifft so gut wie jeden um die Weihnachtszeit, da verwundert es nicht, dass die Personen die unter psychischen Erkrankungen leiden, dann ganz besonders leiden oder dass bei Personen, die psychische Belastungen verdrängt haben, es in dieser Jahreszeit und an den Feiertagen erst recht ausbricht. Weihnachtszeit ist Hochkonjunktur in den Psychiatrien. Viele schaffen es einfach nicht alleine, sich diesen Tagen zu stellen, an dem die Welt still steht, um feierlich glücklich zu sein, wo sie selbst doch so unglücklich sind. 

 

Vielleicht sollten wir Weihnachten lernen mit anderen Augen zu sehen. Diese Ruhe nach dem Fest, die wir bewusst für uns selbst nehmen, bevor wir das neue Jahr mit viel Selbstliebe, Erholung und neuen Mut in Angriff nehmen. Diese Atempause als etwas Gutes betrachten, wie die kurze Pause nach einem langen Ausatmen bevor wir wieder Luft holen und die Energie in uns fließt. Weg von dem sozialen Druck wie Weihnachten zu sein hat, wie wir uns fühlen müssten, dorthin die Zeit zu nutzen, um in uns hinein zu hören, in uns hinein zu spüren, was wir brauchen, um das neue Jahr so zu starten, dass es uns gut tut. Wenn du einen Vorsatz möchtest, der weg von den klassischen „Ich nehme 5kg ab“ oder „Ich mache mehr Sport“ geht, dann nimm dir doch beispielsweise vor liebevoller zu dir selbst zu sein! Lass die innere Stimme, die ständig zu dir selbst spricht etwas weniger kritisch sein, sondern sei wohlwollend mit dir selbst, wie mit einem guten Freund oder einer Freundin. Denn letzten Endes beginnt jede Veränderung von innen heraus. 

 

Jeder Tag ist ein neuer Anfang, an dem du neu dein Leben bestimmen kannst, an dem du dich dafür entscheiden kannst, das zu tun, was dich glücklich macht. Du brauchst keinen Neujahres Wechsel. Aber du kannst auch diesen Jahreswechsel als neuen Tag und Anfang für dich nutzen.

 

Frohe Weihnachten und einen guten Start in ein positives, neues Jahr!