· 

Burnout - Modebegriff oder ernstzunehmende Krankheit?

Jeder von uns kennt das Gefühl durch die ein oder andere Situation im Stress zu versinken und in diesem Zusammenhang fällt heutzutage vermehrt das Wort Burnout fast schon als eine Art Modebegriff unseres Zeitalters. Doch die wenigsten wissen wirklich, was sich hinter dem Wort verbirgt und wie ernstzunehmend Anzeichen hierfür genommen werden sollten.

 

Jeder von uns hat schon mal über mindestens drei Ecken gehört, dass ein Bekannter oder Freund an Burnout leidet und deshalb für eine sehr lange Zeit krank geschrieben ist. Was ist Burnout aber eigentlich genau und worauf kann ich präventiv achten?

 

Zu Beginn ist wichtig zu klären, dass Burnout keine psychische Erkrankung ist, die als „richtige“ Diagnose gestellt wird, sondern sie wird meist neben einer depressiven Episode als zusätzliche Diagnose gestellt. Die Hauptsymptome eines Burnouts werden mit körperlicher und seelischer Erschöpfung beschrieben und unterscheiden sich hierdurch von einer depressiven Episode, auch wenn die Symptome sich generell sehr ähnlich sind. Trotzdem gibt es noch keine allgemeinen klinischen Kriterien, die nur  für das Burnout feststehen. 

 

Personen, die unter einem Burnout leiden, arbeiten meist chronisch zu viel und stressen sich wortwörtlich in die Arbeit so hinein, sodass sie denken, die Arbeit sei ihre Identität und ihre Identität ist wiederum abhängig von ihrer Arbeit. Dies wird schnell zum Teufelskreis aus dem die Betroffenen nicht mehr aussteigen können, da ihr gesamtes Selbstwertgefühl damit zusammenhängt, ihre Arbeit gut zu erfüllen. 

 

Burnout wird immer wieder in Zusammenhang mit Stress als Ursache genannt. Vorneweg möchte ich hierzu sagen, dass Stress subjektiv ist und jeder Mensch sich durch andere Auslöser und innere sowie äußere Bedingungen gestresst fühlen kann. Trotzdem haben Burnout-Patienten nicht einfach zu viel Stress und könnten dies mit einem Urlaub oder Wellness wieder ausgleichen. Die Erschöpfung ist viel tiefgreifender und eine kurze Erholungsphase reicht nicht mehr aus. Die Betroffenen leiden unter Kontrollverlust, geistigen und körperlichen Einschränkungen und vor allen Dingen leidet ebenso ihr Selbstwertgefühl. Die Annahmen über sich selbst und Idealvorstellungen über das Leben geraten komplett aus den Fugen und müssen neu erarbeitet werden.

 

Anzeichen für ein Burnout:

  •  Sie stellen ihre Arbeit über alles und nehmen sie als erste Priorität dar
  • Sie sind häufig schlecht gelaunt und erschöpft
  • Sie leiden unter fehlender Konzentration
  • Sie verlieren Interesse an Dingen, die Ihnen Spaß gemacht haben
  • Sie ziehen sich sozial zurück
  • Sie können sich auch in der Freizeit nicht von den beruflichen Themen lösen und sind gedanklich die meiste Zeit in der Arbeit
  • Sie stehen unter einem extremen Erfolgsdruck und machen viele Dinge in ihrem Leben von dem Erfolg ab (Sätze wie: „Wenn ich das erreicht habe, bin ich glücklich…“)
  •  Sie leiden unter andauernder Arbeitsüberlastung (auch schon vor dem Burnout)
  • Sie kompensieren Ihre Mängel und innere Sinnlosigkeit durch Arbeit

Wie kann ich ein Burnout vermeiden?

Versuchen Sie sich bewusst Ruhephasen einzubauen ohne ständige Erreichbarkeit und am besten ohne Handy, da das heutzutage hiermit in Verbindung steht. Während Sie arbeiten, sollten Sie immer Pausen einlegen und zwischendrin innehalten, um darauf zu hören, was Ihr Körper Ihnen sagt, ob Sie Hunger haben, durstig sind oder ermüdet. Die Arbeit ist und bleibt Arbeit und ist nicht Sie als Person! Visualisieren Sie sich als Person, die Sie sind, ohne die Arbeit, denn es gibt auch Sie als Person alleine. Versuchen Sie Ihren Perfektionismus abzulegen, fragen Sie sich: Muss das wirklich heute noch gemacht werden? Was passiert wirklich, wenn ich es erst nächste Woche mache? Außerdem lernen Sie zu anderen Menschen "Nein" zu sagen, wenn Ihnen etwas zu viel ist und fragen Sie hingegen selbst nach Unterstützung. Wir denken oftmals, es würde nur alles funktionieren, wenn wir es machen. Nein - es geht auch ohne Sie, vertrauen Sie mal etwas mehr! Erlernen Sie zudem Entspannungstechniken, die Sie am besten morgens in Ihre Routine integrieren. Meditieren Sie! Das ist definitiv meine Empfehlung für eine morgendliche Entspannungstechnik. Es dauert nur 10 Minuten und es wird nachweislich innerhalb kürzester Zeit ihr Leben positiv beeinflussen. Meine Empfehlung für Einsteiger ist die App Meditopia, sie eignet sich ideal für Neulinge. Versuchen Sie zudem nach dem Aufwachen Ihr Telefon oder Ihren Computer erst nach einer Stunde anzuschalten, denn die morgendliche Routine ist der wichtigste Faktor für den Verlauf des restlichen Tages. Bauen Sie zudem eine Sache in Ihren Tag ein, die Ihnen Freude bereitet und die Sie rein für sich selbst tun. 

 

Ich glaube, ich könnte an einem Burnout leiden, was soll ich tun?

Wenn Sie vermuten an einem Burnout leiden zu können, sollten Sie umgehend mit einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Arzt sprechen. Frühzeitig etwas dagegen zu tun, ist in jedem Falle immer besser als später, wenn Sie ganz aus Ihrem Berufsleben ausscheiden müssen. Wenn Sie Sorge haben eine konventionelle Psychotherapie könne sich nicht mit Ihrem stressigen und vollgepackten Leben vereinen, gibt es die Möglichkeit mit dem individuellen online Beratungsprogramm von mir, Psychologin Diana Bachhäubl, dies problemlos und flexibel in Ihr Leben zu integrieren.